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La Bonnotte – eine ganz besondere Kartoffel

Auf der Atlantikinsel Noirmoutier vor Frankreichs Küste gedeiht eine ganz besondere Kartoffel – La Bonnotte, frei übersetzt: "die kleine Gute".


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Ursula Heid

Diplom-Ingenieurin (Haushalts- und Ernährungs­technik)
19. November 2012
Bild: (c) fotofritz / clipdealer.com

So besonders wie ihre Heimat

Wer die kleine Atlantikinsel schon mal besucht hat, kennt ihr besonderes Flair. Die Bewohner dort leben vom Fischfang, der Salzgewinnung und manche auch von der wohl teuersten Kartoffel der Welt. Zu erreichen ist Noirmoutier entweder über eine Festlandbrücke oder über eine bei Ebbe für etwa drei Stunden aus dem Wasser auftauchende Straße – ein echtes Erlebnis.

 

Klein, fein und exklusiv

La Bonnotte ist eine Frühkartoffel, die an Lichtmess (2. Februar) in die salzhaltigen Böden gepflanzt, mit Seetang gedüngt und mit Meerwasser gewässert wird. Daher kommt der besondere feinwürzig-cremige Geschmack. Neunzig Tage später werden die nur kirschgroßen, vorwiegend festkochenden Kartoffeln geerntet – und zwar von Hand, da die kleinen Knollen sehr empfindlich sind. Da sie eine sehr feine Schale haben, werden sie nur in den ersten Maitagen als Frischprodukt verkauft und eignen sich nicht zur Lagerung.

 

Gewicht in Gold

Woher La Bonnotte ursprünglich stammt, ist nicht geklärt, aber sie ähnelt sehr den Sorten, die im Mittelalter den Weg aus Südamerika zu uns gefunden haben. Nach Noirmoutier kam La Bonnotte zwischen den beiden Weltkriegen. Wegen der geringen Größe und vor allem, weil sie von Hand geerntet werden muss, verschwand sie in den Sechzigerjahren von den Feldern. Erst in den letzten Jahren wird sie als Spezialität wieder angebaut.

Wegen der begrenzten Anbaufläche auf der Insel werden nur etwa 100 Tonnen pro Jahr geerntet. Daher gilt sie als die teuerste Kartoffel der Welt. Bei Wiedereinführung wurden Preise von bis zu 500 Euro pro Kilo erzielt, allerdings bei einer Wohltätigkeitsversteigerung. Heute kostet sie etwa drei- bis zehnmal so viel wie eine "normale" Kartoffel.

 

Ungewöhnliche Desserts

Wegen ihres feinen Geschmacks eignet sich La Bonnotte auch für Desserts. So werden dünne, geröstete Scheiben mal mit einer Vanilleschaumcreme und Erdbeeren, mal mit einer Schokoladenschicht und Erdbeeren serviert.




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