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Verpflegung auf dem Jakobsweg – Teil 3: Gastronomie für Pilger

Der Jakobsweg. Spätestens nach dem Bestseller von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg" kennt ihn jeder. Wenn man täglich zahlreiche Kilometer zu Fuß zurücklegt, ist eine energieliefernde Ernährung, um sowohl körperlich als auch geistig bei Kräften zu bleiben, essentiell. Aber wie sieht diese aus und welche Verpflegungsmöglichkeiten begegnen einem auf dem Weg nach Santiago de Compostela?


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Sara Niederberger

Bachelor of Science (Ernährungs­wissenschaftlerin)
19. März 2018
Bild: (c) expressiovisual / clipdealer.com

"El bar"

Entlang des Caminos gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auch in der Gastronomie zu verpflegen. Die spanischen "Bars" sind eine Mischung zwischen Café und Gaststätte und nicht mit einem deutschen Lokal zu vergleichen. Serviert werden dort Getränke sowie kleine Gerichte und Tapas.

Für Pilger ist das typische Frühstücksangebot einer Bar jedoch nicht zu empfehlen: wenig nahrhafte Weißmehlprodukte wie Croissants oder verpacktes Biskuitgebäck stellen keine gute Grundlage für die bevorstehende Etappe dar. Zum Tagesbeginn sollte eher auf nahrhafte Selbstverpflegung zurückgegriffen werden.

Als Zwischenmahlzeit werden in den Bars "bocadillos" angeboten, worunter man belegte Baguettes mit Schinken ("bocadillo con jámon"), Käse ("bocadillo con queso") oder Tortilla ("bocadillo con tortilla") versteht. Sehr beliebt unter Pilgern ist auch der "café con leche". Im Gegensatz zum deutschen Milchkaffee wird dieser in einer kleinen Tasse und ohne Milchschaum serviert. Zucker gibt es nach Belieben dazu. Für Vegetarier eignet sich auch die "tortilla española", ein Omelett aus Kartoffeln und Ei, als nahrhafte Mahlzeit.

 

Pilger-Menü: menú del peregrino

Das Tages- oder Pilgermenü setzt sich aus drei Gängen zusammen, dem "primero plato", dem "segundo plato" und dem "postre" (Nachtisch). Preislich bewegt man sich zwischen 9 und 11 Euro. Im ersten Gang kann z.B. zwischen Nudelsuppe, gemischtem Salat, Kartoffelsalat, Eier in Essig oder Spargel mit zweierlei Saucen entschieden werden. Der zweite Gang ist fisch- oder fleischhaltig, hier werden Rindfleisch, Schweinefleisch oder Huhn in verschiedenen Varianten angeboten. Vegetarier haben hier die Möglichkeit, zweimal aus dem "primero plato" auszuwählen, wenn der zweite Gang keine fleischlose Variante bietet. Zum Nachtisch gibt es Crème Caramel oder die "Tarta de Santiago", einen schmackhaften, spanischen Mandelkuchen.

Aber: Wer sich nach einem langen Fußmarsch am Abend ein frühes Abendessen in einem Restaurant gönnen möchte, muss sich in Geduld üben: nach der Siesta öffnen diese erst wieder um 20 Uhr.




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