Pfeil nach links Drucker-Symbol Brief-Symbol Pfeil nach rechts

Würstchen zu Weihnachten – eine heiße Liebe

An Weihnachten funkelt und glitzert es in den deutschen Wohnzimmern. Und was steht bei vielen auf dem Esstisch? Würstchen und Kartoffelsalat. Woher kommt der beliebte Brauch? Wer Ideen sucht, wie sich das Traditionsessen festlich aufpeppen lässt, wird hier ebenfalls fündig.


Pfeil nach links Drucker-Symbol Brief-Symbol Pfeil nach rechts

Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
7. Dezember 2015
Bild: (c) 8vfanrf / clipdealer.com

Jede/r Dritte liebt sie

Bei gut einem Drittel der Bevölkerung stehen Heiligabend Würstchen und Kartoffelsalat als Festschmaus auf dem Tisch. Damit ist das beliebte kulinarische Duo unangefochten seit Jahren die Nummer Eins auf der weihnachtlichen Festtagstafel und verweist Raclette und Braten auf die Plätze. Doch warum hat es vielen gerade diese schlichte Hausmannskost so angetan?

Niemand will an diesem Tag lange in der Küche stehen, sagen die Pragmatiker. Es besteht darüber in der Familie Konsens und muss nicht alle Jahre wieder neu ausgehandelt werden, meinen die Friedliebenden.

Wahrscheinlich liegt der Ursprung dieser Sitte woanders: Im Mittelalter war der 24. Dezember ein strenger Fastentag, an dem kein Fleisch und nur einmal gegessen werden durfte. Erst nach der Christmette war Schlemmen erlaubt.

Viele weihnachtliche Speisen haben eine besondere Bedeutung: Fisch zu Weihnachten etwa hatte Sühnefunktion oder bedeutete Reichtum. Salate zu Weihnachten beinhalteten heilbringende Pflanzen. Salz und Brot halfen, den Tod abzuhalten. Äpfel symbolisierten Gesundheit, Bohnen und Linsen Wohlstand, so der Brauchtumsexperte Manfred Becker-Huberti.

 

Kartoffelsalat im Festgewand

Basis für den weihnachtlichen Kartoffelsalat sind festkochende Kartoffeln und ein feines Essig-Öl-Dressing mit Brühe. Vegetarier nehmen gute Gemüsebrühe, Fleischfans herzhafte Rinderbrühe. Edler Weißweinessig oder heller Balsamessig – eventuell noch ein kleiner Spritzer Estragonessig dazu – und hochwertige Öle wie kaltgepresstes Rapsöl verleihen der Salatsauce das gewisse Etwas. Ein Teelöffelchen Dijonsenf gibt ihr zusätzlich Würze. Schalotten statt Zwiebeln veredeln das Dressing.

  • Fein gewürfelte Avocado, Krabben und viel Dill machen aus einem einfachen Kartoffelsalat etwas Besonderes.
  • Oder Kirschtomaten, schwarze und grüne Oliven, rote Zwiebeln und Fetakäse zufügen – das gibt dem Salat einen mediterranen Touch. Auch fein: statt Kirschtomaten getrocknete Tomaten klein geschnitten hinzufügen.
  • Für die Deluxe-Variante Lachs- und Forellenkaviar darüber geben und mit Kresse oder Rucolablättchen bestreuen. Geviertelte, hart gekochte Eier passen ebenfalls dazu und erfreuen das Auge.
  • Wer es nussig mag, schmeckt Kartoffelsalat mit etwas kaltgepresstem Walnussöl ab und richtet ihn kurz vor dem Servieren auf Feldsalat an. Noch ein paar geröstete Nüsse und geräucherte Gänsebrust – oder in der veganen Variante Tofuwürfel – darüber geben und schon kann das Festmenü beginnen.




Bildquellen von oben nach unten: (c) 8vfanrf / clipdealer.com, (c) mayerkleinostheim / clipdealer.com, (c) tobi / clipdealer.com, (c) prometeus / clipdealer.com, (c) Dar1930 / clipdealer.com, (c) sasicd / sxc.hu, (c) Testbild / clipdealer.com, (c) aliasemma / clipdealer.com, (c) Racamani / clipdealer.com, (c) yatomo / clipdealer.com, (c) baibakova / clipdealer.com, (c) phafanwangthaphan / clipdealer.com, (c) handmadepictures / clipdealer.com, (c) subbotina / clipdealer.com