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Fassbrause – Limonadenklassiker im Trend

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Die klassische Fassbrause ist bereits über 100 Jahre alt und zweifelsohne ein Getränk mit Tradition. Momentan erlebt der Durstlöscher ein Comeback. Viele Brauereien bieten ihre eigene Version des Getränke-Klassikers an. Ihren Ursprung hat die Fassbrause jedoch in Berlin.


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Stefanie Maurer

Diplom-Ökotrophologin FH (Ernährungswissenschaftlerin)
8. Juli 2013



Urgestein der Berliner Biergartenkultur

Im Jahr 1908 erfand ein Berliner Chemiker die Fassbrause, welche mit ihrer goldgelben Farbe und einer kleinen Schaumkrone optisch dem Bier ähneln sollte. Sein Ziel war es, seinem Sohn ein vergleichbares, aber alkoholfreies Getränk anbieten zu können. Neben Wasser und Malz enthielt die Original-Rezeptur ein natürliches Konzentrat aus Äpfeln und Süßholzwurzeln. Anfangs wurde das herb-würzige Getränk ausschließlich in Fässern verkauft – daher auch der Name.

In den Achtzigerjahren übernahm ein Aromenhersteller die Fabrik des Chemikers und somit auch die Herstellung des Fassbrause-Konzentrates. Später wurde die Rezeptur immer wieder von unterschiedlichen Brauhäusern übernommen.

 

Über den großen Teich und zurück

Eine dauerhafte Marktpräsenz besitzt die sogenannte "Sportmolle" seit jeher nur in Berlin und im Brandenburger Umland. Jedoch ist die Fassbrause seit den 1960er Jahren auch international erfolgreich. So wird sie im US-Bundesstaat Utah in Salt Lake City als Apple Beer produziert. In dem Mormonenstaat herrschen strengere Alkoholgesetze, so dass es nicht verwunderlich ist, dass der alkohol- und koffeinfreie Soft-Drink dort schnell zum Regionalgetränk avancierte. Entsprechend wird die amerikanische Version der Fassbrause auch gerne als Champagnerersatz auf Hochzeiten getrunken.

Seit 2010 erfährt der Durstlöscher mit dem Retro-Charme ein deutschlandweites Revival. Inzwischen bringen immer mehr bekannte Brauereien ihre Version der Fassbrause auf den Markt.

 

Fassbrause ist nicht gleich Fassbrause

Wer seinen Kindern den sommerlichen Durstlöscher als Alternative zu stark zuckerhaltigen Getränken, wie Cola oder Fruchtnektaren, anbieten möchte, sollte vorher das Etikett genauer prüfen. Denn nicht jedes als Fassbrause deklariertes Getränk ist auch tatsächlich alkoholfrei. Da der Begriff Fassbrause nicht gesetzlich geschützt ist, hat der Produzent bei der Zusammensetzung seiner Rezeptur freie Hand. Problematisch ist hierbei vor allem der Zusatz von alkoholfreiem Bier, welches in der Regel noch bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten kann. So sollte man sich vor dem Genuss vergewissern, ob es sich beim Trendgetränk Fassbrause um eine Limonade bestehend aus Kräuter- und Fruchtauszügen oder um ein Biermischgetränk handelt.




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