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Der Hamburger – eine Erfindung des Mittelalters?

Wie ein Hamburger aussieht, weiß jeder. Doch woher stammt die Frikadelle im butterweichen Brötchen? Die historische Spurensuche führt sogar ins Weiße Haus.


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
11. Januar 2010
Bild: (c) xmarchant / clipdealer.com

Das kulinarische Erbe der Tataren

Der Legende nach ritten die Reiternomaden des Dschingis Khan das zähe Fleisch der asiatischen Rinder unter ihrem Sattel mürbe. Anschließend hackten sie es klein, um es schmackhafter und leichter verdaulich zu machen. Als Beefsteak Tatar kam es irgendwann vor dem 14. Jahrhundert nach Deutschland. Manche Food-Historiker halten es für den direkten Vorfahren des heutigen Hamburgers.

 

Die Namenspaten

Woher kommt der Name Hamburger? Dafür gibt es zwei Versionen. Naheliegend: Die Stadt Hamburg verlieh dem Beefsteak Tatar ihren Namen. Warum ist allerdings unklar. Waren es Seeleute aus dem Baltikum und dem Ostseegebiet, die am Elbehafen anlegten und vom alten Tatarenbrauch schwärmten, Fleisch roh und gehackt zu verspeisen? Die Hamburger jedenfalls zeigten sich vom rohen Fleisch wenig begeistert, sie brieten das Fleisch lieber in Butter.

Version zwei: Der Hamburger ist eine Wortbildung aus "ham", dem englischen Wort für Schinken; analog dazu entwickelte sich später der "Cheese-burger".

 

Hamburger im Weißen Haus

Deutsche Einwanderer hatten um 1885 das Hamburger Steak mit im Gepäck, als sie in die Vereinigten Staaten kamen. Dort machte es schnell Karriere. Das Weiße-Haus-Kochbuch enthält Rezepte von Hamburger Steaks in deutscher Sprache, verfasst um 1890 von Hugo Ziemann, dem damaligen Steward des Präsidentenhaushalts.

 

Zufallsfund

Und wann tauchte der erste Hamburger auf, das beliebte Hacksteak, typischerweise zwischen einem aufgeschnittenen Sesambrötchen platziert? Dazu finden sich viele schöne Legenden, wie zum Beispiel die vom Würstchenbrater Frank Menches, der auf dem Jahrmarkt in Akron, Ohio, Schweinebratwürstchen verkaufen wollte. Sein Metzger belieferte ihn nicht ausreichend mit Ware, da grillte er stattdessen Hackfleisch und packte es zwischen zwei Brotscheiben.

Fest steht: In der Welt-Ausstellung von St. Louis im Jahr 1904 boten Amerikaner das Steak bereits als Sandwich an. Nach und nach entwickelte sich der Hamburger zum Kultobjekt. Heute gibt es ihn in allen Variationen, angefangen vom klassischen Burger mit Rinderhack, Zwiebeln, Salzgurke, Senf und Ketchup bis hin zum vegetarischen Burger, gefüllt mit Getreide-Gemüse-Bratling. Mit frischen Zutaten wie Salatblättern und Tomaten, magerem Hack und einem knusprigen Vollkornbrötchen findet der Burger auch im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung seinen Platz.




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