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Seltenes wiederentdeckt: der Gute Heinrich

Wer den ungewöhnlichen Namen der Pflanze hört, denkt zunächst wahrscheinlich nicht an eine schmackhafte Möglichkeit, Abwechslung in den Speiseplan zu bringen.


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Barbara Beil

Bachelor of Science (Ernährungs­wissenschaftlerin)
18. September 2017
Bild: (c) HeikeRau / clipdealer.com

Viele Namen

Die Pflanze mit dem außergewöhnlichen Namen gehört zur Familie der Gänsefußgewächse. Sie ist daher auch als Gänsefuß bekannt. Doch auch zahlreiche andere Namen werden ihr zugeordnet. So heißt sie beispielsweise in manchen Gegenden "Stolzer Heinrich", "Hackenscher" und in Österreich "Heilkraut".

Besonders häufig kommt der Gute Heinrich in Mitteleuropa vor, doch auch in Nordamerika findet man ihn. Allerdings sieht man ihn in unseren Breitengraden immer seltener, da sein Lebensraum in dörflichen Gegenden immer mehr eingeschränkt ist. In Deutschland steht er sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten und ist teilweise vom Aussterben bedroht.

 

Vielseitige Verwendung

In der Küche bietet er viele Verarbeitungsmöglichkeiten. Man kann nämlich fast alle Teile des Guten Heinrichs essen. Wenn die Pflanze noch nicht blüht, kann man sie wie Spinat verwenden, also roh genießen oder kurz blanchieren. Für den optimalen Genuss sollte man dafür jedoch nur die jungen Blätter verwenden, da die älteren bitter schmecken.

Wenn die Triebe größer sind, kann man sie wie Spargel zubereiten und selbst die Blüten sind gedünstet essbar.

Auch als Zutat für grüne Smoothies eignet sich die unbekannte Pflanze hervorragend. Dazu nach Belieben neben dem Guten Heinrich weiteres grünes Blattgemüse, wie z.B. Löwenzahn und Mangold, mit etwas Milch, Joghurt oder einfach Wasser und nach Belieben Trockenfrüchten oder Äpfel in einen Mixer geben und zerkleinern.

Selbst die Samen kann man verwenden, indem man sie zu Mehl mahlt. Sie enthalten allerdings viele sogenannte Saponine. Das sind Stoffe, die der Pflanze zum Schutz vor Fressfeinden dienen. Daher haben sie einen bitteren Geschmack, den man aber durch vorheriges sorgfältiges Abspülen entfernen kann.

 

Neu entdecken

Das enthaltene Eisen und Vitamin C ergänzen sich perfekt, da so das Eisen durch Vitamin C vom Körper besser verwertet werden kann.

Der Gute Heinrich ist also eine klasse Wahl, wenn man mal wieder etwas Abwechslung sucht und eher unbekannten Lebensmitteln eine Chance geben möchte. Wer ihn im Geschäft nicht findet, kann ihn auch selbst anbauen. So steht dem Entdecken und Fördern von neuen alten Genüssen nichts mehr im Wege.




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