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Veganer Käse – die gesündere Alternative?

In den letzten Jahren hat die Auswahl an veganen Käse-Alternativen stark zugenommen. Macht es auch für Nicht-Veganer Sinn, diese Art Käse zu präferieren?


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Barbara Beil

Bachelor of Science (Ernährungs­wissenschaftlerin)
2. Oktober 2017
Bild: (c) marcomayer / clipdealer.com

Große Produktvielfalt

Während Geschmack und Textur der veganen Alternativen immer mehr an das Original herankommen, bleiben doch einige Unterschiede.

Tierischer Scheibenkäse besteht in der Regel aus pasteurisierter Milch, Salz, Säuerungskulturen, mikrobiellem Lab und eventuell färbenden Inhaltsstoffen. Die Zutatenliste des veganen Pendants ist häufig länger.

Hier stößt man auf verschiedenste Zusammensetzungen. Es gibt beispielsweise "Käse", der auf Nuss-Basis hergestellt wird, oder solchen, der nur mit Stärke und Kokosfett produziert wird. Hinzu kommen Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren.

 

Unterschiede in den Nährwerten

Betrachtet man die Nährwertangaben vergleichbarer Käseprodukte, fällt auf, dass die vegane Alternative oft etwas kalorienärmer ist. Sie hat pro 100 Gramm etwa 100 Kalorien weniger, was unter anderem auf den geringeren Fettgehalt zurückzuführen ist. Bei beiden kommt der Fettgehalt zum Großteil aus gesättigten Fettsäuren. Der größte Unterschied liegt jedoch im Proteingehalt. Dieser ist in der veganen Variante sehr gering.

 

Problem mit dem Calcium

Milchprodukte leisten einen wichtigen Beitrag zur Calciumversorgung, was unter anderem wichtig für die Knochendichte ist. 100 Gramm Gouda enthalten 820 mg Calcium, wohingegen in veganen Käseprodukten in der Regel keine nennenswerten Mengen zu verzeichnen sind.

 

Keine direkten gesundheitlichen Vorteile

Auch wenn es aus ethischer Sicht Sinn macht, Milchprodukte zu reduzieren und Käsealternativen den Umstieg erleichtern, so haben die pflanzlichen Produkte bezüglich der Nährwerte keinerlei Vorteile.

Wer komplett auf Milchprodukte verzichtet, sollte darauf achten, viel grünes Gemüse zu essen, da dieses Calcium enthält und gleichzeitig die Calcium-Ausscheidung verhindert. Weitere Calciumquellen sind Sesam, Mandeln, Tofu oder mit Calcium angereicherte Produkte.

Insgesamt sollten vegane Produkte ihr tierisches Gegenstück nicht eins zu eins ersetzen. Vielmehr sollte auf eine Erhöhung des Gemüseanteils und proteinreicher Lebensmittel wie Hülsenfrüchte gesetzt werden.




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