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Cannoli siciliani: Schmalzgebäck zur Fastnacht

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Ursprünglich als Spezialität zu Fasching gedacht, sind Cannoli in Sizilien das ganze Jahr über erhältlich. Sie sind das kulinarische Highlight jeder Pasticceria.


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Hanna Ritter

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin)
27. Februar 2017



Symbolträchtiger Name

Die Bezeichnung "Cannoli" lässt sich leicht vom Erscheinungsbild der Süßigkeit ableiten. Übersetzt heißt canna "Rohr". Bei der namensgebenden Form handelt es sich um die Verniedlichung: cannolo ist ein "Röhrchen", der Plural lautet cannoli.

Zur Zubereitung der Teigrollen werden ebenfalls Rohre benötigt. Früher dienten Stücke vom Riesenschilf als Backhilfe. Heute gibt es spezielle dafür gefertigte Metallrohre. Das Besondere ist, dass die Rohre eine ganz leichte Kegelform aufweisen, um sie nach dem Backvorgang einfacher aus dem Teigstück ziehen zu können. Gebacken werden Cannoli in Fett schwimmend.

 

Variantenreiche Füllung

Klassisch werden die Cannoli mit einer gehaltvollen Ricottamasse gefüllt. Diese besteht aus Ricotta, Zucker, Rum, kandierten Früchten und Pistazien. Eine Alternative zur Ricottacreme ist crema pasticceria (Konditorencreme).

Wer etwas mehr Abwechslung möchte, kann als Füllung auch Mousse au Chocolat, Eis, Schokoladen- oder Vanillecreme in die Röhrchen füllen. Ein besonderer Leckerbissen ist die Füllung mit reiner Pistaziencreme. Ganz wichtig ist es, die Füllung erst kurz vor dem Verzehr in Röllchen zu füllen, da sonst die Gefahr besteht, dass der Teig aufweicht.

 

Umstrittene Herkunft

Bereits Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) soll die Spezialität gekannt haben. In seinen Notizen wird eine "mehlartige Röhre gefüllt mit Milch für sehr süße Speisen" erwähnt.

Eine andere Legende vermutet die Herkunft in Caltanissetta, als Sizilien unter arabischer Herrschaft stand. Die Haremsdamen sollen viel Zeit in die Herstellung von Süßwaren investiert haben. Man vermutet, dass Ricotta lediglich ein Ersatz für die arabische Originalzutat ist.




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