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Hermann – Kuchenkult aus den 1980er Jahren

Der Hermann-Kuchen ist ein Sauerteigkuchen, der sich durch die regelmäßige Zugabe von Zutaten vermehrt, bis er schließlich gebacken werden kann. Bekannt ist der Kuchen vor allem durch das "Teilen" des Teiges geworden.


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Claudia Zok

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
27. März 2017
Bild: (c) AntonioGravante / clipdealer.com

Ansetzen

Ganz zu Beginn muss ein Teig angesetzt werden. Dafür werden die Zutaten Weizenmehl, Hefe, Zucker und Wasser in einer Schüssel verrührt und anschließend mit einem Deckel verschlossen. Die ersten zwei Tage muss der Teigansatz bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, damit die Hefekulturen ihre Arbeit aufnehmen können. Gelegentlich kann der Teig umgerührt werden. Ab dem dritten Tag wird der Teigansatz in den Kühlschrank gestellt, damit die gewünschte Milchsäuregärung nicht in die unerwünschte Essigsäuregärung umschlägt.

 

"Füttern"

Der Teig muss gut umsorgt werden: Ab dem zweiten Tag im Kühlschrank muss er täglich einmal umgerührt werden. Am fünften Tag wird er mit Mehl, Zucker und Milch gefüttert und bis zum zehnten Tag täglich einmal gerührt. An Tag zehn erfolgt erneut eine Fütterung. Im Anschluss ist der Teig fertig und kann weiterverarbeitet werden.

 

Teilen

Kult-Status erlangte der Kuchen wohl nicht nur durch seinen auffälligen Namen. Das Prinzip des Teilens und Umsorgens steht beim Hermann-Kuchen im Mittelpunkt. Denn nach zehn Tagen guter Behandlung wird die Teigmasse in vier Portionen zu etwa je 200 Gramm aufgeteilt. Diese Menge kann nun als Basis für einen Kuchen verwendet werden.

Oder: Der Hermann wird an Freunde oder die Familie weiterverschenkt. Wer einen Hermann geschenkt bekommt, sollte ihn direkt im Kühlschrank lagern. Zuerst erfolgt ein Ruhetag und dann wird wie oben beschrieben weiter verfahren.

 

Backen

Die 200 Gramm Sauerteig sind der sogenannte Ansatz, um einen Kuchen zu backen. Es müssen in jedem Fall Mehl, Zucker, Fett und evt. noch Milch zugegeben werden. Ansonsten ist der Hermann sehr vielfältig zu verarbeiten: Muffins, Waffeln, Obstkuchen vom Blech, Tartes, Rührkuchen oder Puddingteilchen sind nur einige Beispiele. Mit dem Ansatz können sogar herzhafte Quiches zubereitet werden.




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