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Luthers Leibspeise

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2017 ist das Luther-Jahr: Vor 500 Jahren schlug Martin Luther seine Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. Ein Fund am Lutherhaus lenkte die Aufmerksamkeit nunmehr auf die Person Luther jenseits des theologischen Diskurses: Gärtner entdeckten dort Überreste der Küche des Reformators.


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Dr. Susanne Krause

Magistra Artium (M. A.)


2. Januar 2017



Kein Kostverächter

Martin Luther hatte das asketische Mönchsleben hinter sich gelassen. Auf dem Augsburger Reichstag 1530 erschien er bereits wohlgenährter als zuvor. Freunde der Familie bestätigten: Katharina von Bora sorgte (vielleicht zu) gut für ihren Ehemann. Luther soll beispielsweise Schweinefleisch dem eher mageren Wildbret vorgezogen haben. Die ständig auf der Flucht lebenden Tiere, so wird er zitiert, spendeten wenig nahrhaftes Fleisch.

 

Zwischen Spätmittelalter und Neuzeit

Die spätmittelalterliche Küche war gezwungenermaßen saisonal und regional. Lange Transportwege machten exotische Kost nahezu unbezahlbar. Entsprechend fanden sich im freigelegten Kellerraum des lutherischen Anwesens auch Rückstände heimischer Wildkräuter und -obstes.

 

"Trinken nicht ohne Durst"

Dünnbier vom Fass wurde zu allen Mahlzeiten gereicht. Dafür gab es einen trifftigen Grund: Wasser war nur in Form von Quellwasser ein unbedenklicher Durstlöscher. Luthers Frau, genannt "Käthe", soll eine gute Bierbrauerin gewesen sein. Zum damaligen Zeitpunkt durchaus nichts Ungewöhnliches, gehörte die Braukunst doch zur regulären Hauswirtschaft. Noch heute kann man in Wittenberg das Katharinenbier genießen.

 

Tischreden: leibliches & geistiges Wohl

Gespräche beim Essen wirken sich bekanntlich positiv auf das menschliche Miteinander aus. Familie Luther machte es vor: Um die üppige Tafel scharten sich neben der Verwandtschaft auch Studierende und Reisende – oftmals mehr als 30 Personen. Luthers bekannte Tischreden waren zunächst Unterhaltungen in informellem Kreis. Dabei wurden – im wörtlichsten Sinne – "Gott und die Welt" erörtert.




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