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Gemüse mal krumm & schief

Wenn die Obst- und Gemüseernte zur Gradwanderung zwischen Extravaganz und Perfektion wird: Immer stärker zeichnet sich ein Umdenken darüber ab, wie ein Gemüse auszusehen hat. Ist die krumme Gurke wirklich Ausnahme oder eher die Regel?


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Dr. Susanne Krause

Magistra Artium (M. A.)


16. Oktober 2017
Bild: (c) heiko119 / clipdealer.com

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Zugegeben, es ist verwirrend: So manches Gewächs wird geradezu in die Beugung gezwungen. Die prominente "Bananenverordnung" (EG-Verordnung Nr. 2257/94) liefert rechtlich verbindliche Angaben über die Eigenschaften importierter Bananen. Ein bestimmtes Mindestmaß – 14 cm Länge sowie 27 mm Dicke – darf nicht unterschritten werden. Dass die Leitlinie für die gelben Kaliumspender auch einen obligatorischen Krümmungsgrad festlegt, ist indes ein Mythos, der sich aber sehr hartnäckig hält.

So bleibt ein Rätsel im Raum stehen, das so banal anmutet, weil es sich zur Urform aller rhetorischen Fragen gemausert hat: Warum ist die Banane krumm? – Die noch kleinen Früchte müssen sich zunächst den Weg durch ein Blättergeflecht bahnen und wachsen nach unten. Fallen die Blütenblätter ab, wechselt die Banane ihre Kursrichtung: immer der Sonne entgegen!

 

Bevorzugt geradlinig

Anderen Artgenossen hingegen wird ihre Krümmung zum Schicksal; solchen nämlich, von denen ein lineares Wachstum erwartet wird: Karotten, Gurken und Zucchini. Die Natur schlägt bisweilen herrliche Kapriolen und präsentiert Karotten wie Violinschlüssel oder Auberginen im Herzformat. Dem Verbraucher bleiben diese Verschlingungen jedoch weitgehend verborgen.

Verschiedene Initiativen und Anbieter wollen nun ein Zeichen setzen – gegen die Konformität im Gemüseregal, vor allem aber die damit verbundene Lebensmittelverschwendung. Bis zu 50 Prozent einer Ernte werden aufgrund augenfälliger Abweichungen aussortiert. Das Ackerland ist entsprechend sinnlos bewirtschaftet worden.

Nicht zu vergessen: Diese "Makel" sind ohnehin nur optischer Natur – der Gaumen nimmt es Ihnen bestimmt nicht krumm!




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