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Ghee – Juwel der altindischen Medizin

Ghee ist das in der indischen und pakistanischen Küche dominierende Speisefett. Das Butterfett wird nach einem traditionellen ayurvedischen Siedeverfahren hergestellt.


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Manuela Bier

Master of Science (Ernährungs­wissenschaftlerin)
8. Juli 2013
Bild: (c) volga1971 / clipdealer.com

Das ayurvedische Gold

Ghee wird "Gi" ausgesprochen und ist eine aus Butter speziell aufbereitete, hellgelbe und ölige Substanz. Ghee gilt nach alter indischer Tradition als Lebenselixier. Zu seiner Herstellung wird ungesalzene Butter durch langsames und vorsichtiges Kochen von Wasser, Eiweiß und Milchzucker befreit. Je nach Ayurveda-Schule wird der Siedeschaum entweder komplett abgeschöpft, teilweise abgeschöpft oder gar nicht entfernt.

Ghee eignet sich ideal zum Dünsten und Braten, zum Backen und Frittieren. Sein leicht nussiges Aroma passt hervorragend zu asiatischen Speisen. Da Ghee nur reines Fett enthält, ist es länger haltbar als Butter. Selbst ohne Kühlschranklagerung wird dem Schmalz eine Haltbarkeit von einigen Jahren zugesprochen, wenn es luftdicht und trocken aufbewahrt wird. Inder schwören sogar darauf, dass es für medizinische Einsätze immer besser wird, je länger es "reifen" kann.

 

Vielfältige Wirkung

Nicht nur zum Kochen wird Ghee verwendet. Es firmiert in der altindischen Medizin auch als Arzneimittel. Ihm werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben: So soll es die Verdauung fördern, den Appetit anregen, die Konzentration steigern und den Körper entgiften. Laut ayurvedischer Lehre hilft es bei Fieber, wirkt bei Blutarmut, fördert die Wundheilung, bessert Verstopfungsprobleme und löst Krampfhusten. Es soll verjüngend und zellregenerierend wirken, weil es den Gewebestoffwechsel anregt. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung soll es zudem die Immunabwehr stärken.

Übrigens wird Ghee auch äußerlich angewendet. Es dient als Trägerstoff für ayurvedische Heilmittel und als Salbengrundlage. Massagen mit warmem indischen Butterschmalz sollen eine positive Wirkung auf die Haut haben, indem er Trockenheit und Rauheit entgegenwirkt. Die moderne medizinische Forschung versucht, die Bedeutung des Ghees für die Gesundheit wissenschaftlich zu belegen.




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