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Histaminintoleranz: was ist das?

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Histamin spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt. So dient es als ein zentraler Botenstoff im Rahmen von Entzündungsreaktionen.


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Manuela Bier

Master of Science (Ernährungswissenschaftlerin)
11. März 2013



Ein biogenes Amin

Histamin gehört wie auch Serotonin zu der Gruppe der biogenen Amine. Biogene Amine sind biologisch aktive Substanzen (vergleichbar mit "kleinen Helfern"), die im Körper an vielen wichtigen Funktionen beteiligt sind. Sie regulieren unter anderem den Blutdruck, regen die Magensaftproduktion an, steigern die Darmbewegung und sorgen für einen ausgeglichenen Schlaf-Wach-Rhythmus.

 

Im Ungleichgewicht

Haben diese Helfer ihre Arbeit erledigt oder sind zu viele davon vorhanden, werden sie über das Enzym Diamonioxidase (DAO) im Dünndarm abgebaut. Bei der Histamin-Intoleranz (HIT) liegt ein Ungleichgewicht zwischen der Bildung, der Aufnahme und dem Abbau von Histamin vor.

Ein Überschuss an Histamin im Körper kann sehr verschiedene Symptome hervorrufen – von Migräne hin zu Hautrötungen im Gesicht. In der Regel sind folgende Bereiche betroffen:

  • Herz-Kreislauf-System (Herzrasen, Schwindel)
  • Haut (Juckreiz, Schwellungen)
  • Verdauungstrakt (Bauchschmerzen)

Die Schwierigkeit der Diagnostik liegt in der Vielfältigkeit der Symptome. Sie machen sich meist einige Minuten bis wenige Stunden nach dem Genuss spezifischer Speisen bemerkbar.

 

Histaminreiche und -freisetzende Lebensmittel

Histamingehalte von Lebensmitteln sind sehr stark von äußeren Faktoren (Reifegrad, Verarbeitung, Herkunft, Hygiene, Lagerung) abhängig, d.h. sie können relativ stark schwanken. Generell zählen zu den histaminreichen Lebensmitteln vor allem gereifte, gegärte, mikrobiell produzierte oder auch sehr reife Nahrungsmittel.

Während des Reifeprozesses wird Histamin mit Hilfe von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) gebildet. Dafür sind Milchprodukte gute Beispiele. Der Gehalt steigt in folgender Reihenfolge an: Frische Milch, pasteurisierte Milch, UHT-Milch, Rahm, Joghurt, Käse.

Alkoholische Getränke sollten bei vorliegender Histaminintoleranz gemieden werden – und zwar aus zwei Gründen: Rotwein ist histaminhaltig und blockiert gleichzeitig die DAO. Tomaten, Zitrusfrüchte, Nüsse, Erdbeeren und Hülsenfrüchte können im Körper eine erhöhte Histaminfreisetzung auslösen.




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