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Schwäbisch-alemannische Fastnacht

Narren, Hänsele und Hexen ziehen jetzt wieder durch die Straßen – das fasziniert die Menschen auch außerhalb der angestammten Traditionsgebiete.


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
21. Februar 2011
Bild: (c) CarmenSteiner / clipdealer.com

Fastnacht & Trend

"Narri-Narro!" und "Hu-hu-hu!" rufen die Narren jetzt wieder überall im südwestdeutschen Raum und in der Nordschweiz, wo die schwäbisch-alemannische Fastnacht zu Hause ist. Sie heißt dort auch Fasnet, Fasnacht oder Fasent. Kennzeichen für die schwäbisch-alemannische Fasnet: die fetzige, rhythmische Guggemusik, die große und kleine Narren mitreißt.

 

Ursprung & Unterschied

Fastnacht hat viele Wurzeln. Die Älteste liegt im bäuerlichen Naturjahr begründet: Die Menschen feierten das Ende des Winters, ehe sie mit dem Frühling wieder auf dem Feld arbeiteten.

Die entscheidende Prägung erhielt die Fastnacht durch das Kirchenjahr: Die Menschen durften vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern noch einmal ausgelassen feiern. Daher auch der Name: "Nacht vor dem Fasten".

Schwäbisch-alemannische Fastnacht und Karneval haben denselben Ursprung, doch unterscheiden sich erheblich: Überschäumende Fröhlichkeit und freche Büttenreden gegen die Obrigkeit beherrschen das närrische Treiben des rheinischen Karneval. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht kennt heitere, aber auch ernste Seiten als Relikt ihres christlichen Ursprungs.

 

Küchle & Kutteln

Verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Butter und Sahne mussten früher vor Beginn der Fastenzeit aufgebraucht werden. Dies hatte üppige Ess- und Trinkgelage zur Folge. An manchen Orten heißt der Fastnachtsdonnerstag auch "schmutziger Donnerstag". Pate stand hier die schwäbisch-alemannische Bezeichnung "Schmotz" für Fett. Frisch aus dem schwimmenden Fett gebackene Küachl und Krapfen zählen auch heute noch zu den traditionellen, närrischen Leckereien, wie zum Beispiel Muzen: rautenförmiges Gebäck mit Butterschmalz, oder Scherben: knusprige Rechtecke, die mit Zucker und Zimt bestreut werden.

Wer es lieber herzhaft mag, greift zu Fasnets-Dinnele: Das sind Flammkuchen aus Roggenmehl, üppig mit Zwiebeln und Speckwürfeln belegt. Saure Kutteln oder Mehlsuppe mit Wein verfeinert bringen durchgefrorene Narren wieder auf Betriebstemperatur.




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