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Geschmack will gelernt sein

Über Geschmack lässt sich streiten: Was der eine gerne mag, darauf kann der andere gut verzichten. Doch warum ist das so? Und wie und wann entstehen eigentlich Vorlieben und Abneigungen beim Essen?


Uschi Buder

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
25. Mai 2009
Bild: (c) wrw / pixelio.de

Eine Frage der Übung

Geschmack wird nicht in die Wiege gelegt. Die Sinnesorgane sind zwar von Geburt an funktionstüchtig, doch die Entwicklung des Geschmacksrepertoires ist eine Frage der Übung.

Säuglinge können von Anfang an süß, salzig, sauer, bitter und umami unterscheiden. (Umami kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie herzhaft, deftig.)

Babys schmeckt Süßes am besten, Bitteres finden sie scheußlich. Dabei handelt es sich um einen angeborenen Schutzmechanismus, der Babys vor dem Verzehr von giftiger oder verdorbener Nahrung schützt. Aus diesem Grund verabscheuen Kinder geradezu bittere Lebensmittel wie Rosenkohl und Bitterschokolade. Gefallen an dem herben Geschmack finden die meisten erst im Erwachsenenalter.

Saures mögen sie in den ersten zwei Lebensjahren meist auch nicht gerne. Dagegen kommen umami und ein milder salziger Geschmack schon recht früh gut an.

 

"Was der Bauer nicht kennt ...

... das (fr)isst er nicht", so würden wohl viele Eltern das Essverhalten ihrer Kinder beschreiben. Die Geschmacksvorlieben der Kleinen sind ein ausgeklügeltes Überlebensprogramm: sie bewerten alles Vertraute positiv.

Kinder müssen die Essensvielfalt erst erleben, und das nicht nur einmal. Studien zeigen, dass Kinder Lebensmittel zwischen acht- und zehnmal testen, bis sie sich eine Meinung darüber gebildet haben.

 

Das Geschmacksarchiv

Das Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) Bremerhaven hat in sensorischen Tests jetzt sogar nachgewiesen, dass der Lernprozess der Geschmackserkennung nicht schon mit acht Jahren abgeschlossen ist, wie es in Fachkreisen bis jetzt hieß.

Kinder brauchen viele Vergleichswerte, um einen neuen Geschmack einzuordnen. Wie schnell ein solches "Geschmacksarchiv" aufgebaut wird und welcher Grundgeschmack darin vorherrscht, hängt davon ab, wie oft das Kind mit welchem Geschmack konfrontiert wird.

Dies kann man Eltern, Kindergärten und Schulen nur empfehlen: Kindern sollte auch am Esstisch ein Experimentierfeld angeboten werden, ein möglichst breites Spektrum an Lebensmitteln. Das sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern ist auch gesund.




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