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Bento – japanisches Lunchpaket

Der Pausensnack aus Japan hat mit der hiesigen "Stulle" wenig gemein: Bento ist vielmehr ein aufwändig und kunstvoll gestaltetes "Minipicknick".


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Anneke Schülein

Master of Science (Haushalts­wissenschaftlerin)
9. Januar 2017
Bild: (c) yatomo / clipdealer.com

Uralter Pausensnack

Bento ist der japanische Begriff für eine Box, in der eine (Pausen-)Mahlzeit für unterwegs mitgenommen werden kann. Dabei meint Bento sowohl das Behältnis, als auch die darin enthaltene Speise. Die ersten Bentos sind aus dem fünften Jahrhundert bekannt. Damals wurden einfache Reisgerichte – in Bambusröhren oder in schlichte Holzgefäße verpackt – mit zur Arbeit aufs Feld, zur Jagd oder mit in die Schlacht genommen. Ab dem 16. Jahrhundert gab es immer kunstvollere Verpackungen und auch der Inhalt wurde kontinuierlich raffinierter.

 

Liebe zum Detail

Bentos werden in Japan zur Arbeit und in die Schule mitgenommen, aber auch ins Theater und zu Beerdigungen. Sie können fertig gekauft oder selbst zusammengestellt werden. Die japanische Küche ist fein, ausgewogen und unterliegt strengen Regeln.

Gleiches gilt für die Zubereitung eines Bento: Die Zutaten sollen übersichtlich und separat aufgeteilt sein. Form, Farbe und Textur spielen eine wichtige Rolle, die Snacks sollen miteinander harmonieren und appetitlich angeordnet sein. In die Fächer kommen mundgerechte Häppchen, die keine Lücken offen lassen. Als Zutaten kommt alles infrage, was schmeckt – so natürlich wie möglich und von allem etwas: Reis, Fleisch, Fisch, Gemüse und für Naschkatzen etwas Süßes.

 

"Europäisches" Bento

Die Bento-Boxen aus Kunststoff oder Edelstahl sind über das Internet erhältlich. Oft lässt sich aus den Resten vom Vortag schon ein schönes Bento zaubern. Die Überbleibsel werden ergänzt mit frischem, ansprechend drapiertem Gemüse, Obst und Nüssen oder einem kleinen Gebäck als Nachtisch. Denkbar sind auch:

  • ein Stück gebratenes Fleisch, kleine Frikadellen (auch vegetarisch) oder gebratene marinierte Shrimps;
  • gefüllte Champignons, Antipasti, dazu etwas Reis oder ein paar schön verzierte kleine Brotscheiben;
  • etwas Salat (grüner Blattsalat, Rohkost, Reis- oder Nudelsalat).

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wichtig ist, dass die Zutaten recht trocken sind und sich nicht miteinander vermischen. Für Saucen und Dips gibt es Minigefäße zu kaufen, es eignen sich aber auch ganz kleine Gläser.




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