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Ernährung bei Nacht- und Schichtarbeit

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Die Schichtarbeit beeinflusst in starkem Maße das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers. Regelmäßige Mahlzeiten sind daher äußerst wichtig. Insbesondere bei Nachtarbeit ist auf die Wahl der Lebensmittel zu achten.


Bild: (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Hanna Ritter

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin)
13. Oktober 2014



Hintergründe

In den westlichen Industrieländern sind etwa 20 Prozent aller Arbeitnehmer von Nacht- und Schichtarbeit betroffen. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten werden oftmals als Stressfaktor empfunden. Viele Schichtarbeiter klagen über Gesundheitsprobleme wie z.B. Schlafstörungen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Störungen und oftmals Bluthochdruck.

Der Tagesablauf unterliegt einem speziellen Tag-Nacht-Rhythmus innerhalb von 24 Stunden. Man spricht hier auch von der "inneren Uhr"; sie ist angeboren und kaum zu beeinflussen. Die Leistungsbereitschaft des Körpers ist tagsüber am höchsten, bei Nacht benötigt der Körper Ruhe und Erholung. Das macht sich auch an einigen Körperfunktionen bemerkbar: Nachts sinken Puls und Blutdruck, die Produktion der Verdauungssekrete wird zurückgefahren und die Arbeitsleistung der Leber gedrosselt. Das Wärmebedürfnis des Körpers ist erhöht. Dadurch ist vor allem bei Nacht die Auswahl der Lebensmittel von besonderer Bedeutung.

 

Mahlzeitenverteilung

Da der Körper leistungsfähiger ist, wenn er regelmäßig mit Nährstoffen versorgt wird, kommt der Mahlzeitenverteilung eine besondere Bedeutung zu. Auch die Regelmäßigkeit der Energiezufuhr bei Wechselschichten ist wichtig. Eine mögliche Mahlzeitenverteilung könnte wie folgt aussehen:

Mahlzeit/SchichtFrüh
(4-13 Uhr)
Spät
(14-23 Uhr)
Nacht
(22-6 Uhr)
Frühstück5 Uhr8 Uhr7 Uhr
Zwischenmahlzeit8 Uhr10 Uhr
Mittagessen11-13 Uhr12-13 Uhr14 Uhr
Zwischenmahlzeit15 Uhr17 Uhr16 Uhr
Abendessen19 Uhr19-20 Uhr19 Uhr
Spätimbiss22 Uhr
Nachtmahlzeit24 Uhr
Nachtimbiss4 Uhr

 

Lebensmittelauswahl

Zwischenmahlzeiten sollten keine komplette Mahlzeit darstellen, sondern lediglich verhindern, dass der Blutzuckerspiegel zu stark sinkt. Geeignete Lebensmittel sind Obst, Rohkost, Joghurt oder eine kleine Scheibe Vollkornbrot mit (Frisch-)Käse. Auch der Nachtimbiss kann auf diese Weise zusammengestellt werden.

Besondere Beachtung gebührt der Nachtmahlzeit: Aufgrund der reduzierten Verdauungsleistung des Körpers in der Nacht sind fettreiche und frittierte Speisen, aber auch Hülsenfrüchte und schwer verdauliche Gemüsesorten wie Gurke oder Kohl eher ungeeignet. Ideal sind warme Suppen mit leicht verdaulichem Gemüse und Nudeln, Kartoffeln oder Reis. Dies kommt vor allem dem erhöhten Wärmebedarf des Körpers entgegen. Suppe lässt sich zudem sehr gut in einer Thermoskanne transportieren, sollte es am Arbeitsplatz keine Möglichkeit zum Aufwärmen des Essens geben.




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