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Flexitarier – zwischen Vegetariern und Fleischessern

Weniger Fleisch essen ist en vogue. Wer sich dem Trend anschließt, darf sich zu den Flexitariern zählen. Doch überzeugten Veganern geht das Ganze nicht weit genug.


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
24. Februar 2014
Bild: (c) TK-photography / clipdealer.com

Woher kommen die Flexitarier?

Der neue Begriff stammt aus Amerika, wo ihn die American Dialect Society 2003 zum Wort des Jahres erhob. Er füllt eine sprachliche Bedarfslücke und ist daher als besonders nutzbringend einzustufen, so die ADS. Definitionsgemäß sind Flexitarier Vegetarier, die gelegentlich Fleisch essen. Die flexiblen Vegetarier, auch Teilzeitvegetarier genannt, essen bewusst wenig Fleisch und wenn, dann muss es hochwertig sein. Neben Tierschutz, Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten spielen für sie vor allem Gesundheitsmotive eine Rolle.

 

Lob von Ernährungswissenschaftlern

Tatsache: Männer essen im Durchschnitt 1092 Gramm Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren pro Woche und weichen damit deutlich vom Orientierungswert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ab, der bei 300 bis 600 Gramm wöchentlich liegt. Frauen bewegen sich mit knapp 600 Gramm an der oberen Grenze.

Liegt zwischen Wunsch und Wirklichkeit ein Widerspruch? Ein Vergleich des Fleischverzehrs in den 80er Jahren, wo es einen "meat peak" gab, also eine Phase sehr hohen Fleischkonsums, lässt eindeutig eine Tendenz zu weniger Fleisch erkennen. So lag 1985 der jährliche Pro-Kopf-Verzehr bei 66,1 Kilogramm, heute bei 59,5.

Den Trend zum Flexitarismus begrüßen viele Experten, da er im Wesentlichen die Empfehlungen aufgreift, die Ernährungsgesellschaften schon lange vertreten. So empfiehlt die DGE, wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung überwiegend pflanzliche Lebensmittel zu wählen. Milch- und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren und Eier in Maßen, lautet eine weitere Regel.

 

Kritik am neuen Lifestyle

Echte Vegetarier und Veganer wollen vom neuen Trend des Flexitarismus nichts wissen. Sie halten ihn für inkonsequent und sehen die Idee des Vegetarismus verwässert. Stattdessen fordern sie einen kompromisslosen Wandel.

 




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