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So bekommen Kartoffelknödel den richtigen Dreh

Tipp der Woche


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
6. Januar 2014

Eine Frage des Volumens

Ob selbst zubereitet oder aus dem Päckchen: Zum Knödelkochen immer einen weiten, halbhohen Kochtopf nehmen, denn Knödel brauchen viel Platz, um sich zu entfalten.

Die Kochzeit hängt von ihrer Größe ab. Untrügliches Zeichen dafür, dass sie gar sind: Fertige Kartoffelknödel schwimmen an die Wasseroberfläche. Und das hat seinen Grund. Denn Kartoffelklöße garen von außen nach innen. In einem ersten Schritt verbinden sich Stärke und Eiweiß zu einer festen Außenhülle. Wenn der Knödel dann auch innen anfängt zu kochen, kann die Luft nicht entweichen. Sie lockert die Knödel auf und vergrößert ihr Volumen, wodurch diese nach oben schwimmen.

 

Erste Hilfe

Was aber tun, wenn Gäste sich verspäten und die Knödel nicht gleich auf den Tisch kommen können?

Hier hilft dieser Trick: Die Knödel mit einem Schaumlöffel oder einer Lochpalette aus dem Wasser heben, etwas abtropfen lassen und in Alufolie packen. Auf Backblech oder in eine feuerfeste Auflaufform geben und mit feuchtem Tuch bedecken. In den Backofen stellen und bei 50 Grad warm halten. Das verkraften die Knödel bis zu einer halben Stunde, ohne ihre lockere Beschaffenheit zu verlieren.

Dauert das Warten noch länger, Knödel wieder auspacken, in Scheiben schneiden und kurz vor dem Servieren in etwas neutralem Pflanzenöl oder Butter am besten in einer beschichteten Pfanne goldbraun anbraten.

 

Knödel als Wurfgeschoss?

Keine Legende: Mit einer Knödelschussmaschine feuerte der Münchener Helmut Winter im Jahr 1967 auf landende Starfighter aus Verzweiflung über den höllischen Lärm, den sie über seinem Haus verursachten. Der Grafiker brachte es mit seiner spektakulären Ein-Bürger-Aktion in die Weltpresse und hatte Erfolg – die Einflugschneise wurde verlegt.

Um Knödel als Flugobjekte zu nutzen, müssen sie ausgesprochen fest sein. Fakt: Knödel nach Ende der Garzeit rasch aus dem Topf nehmen, sonst werden sie hart wie Tennisbälle!

Wer Klöße stilecht essen will, darf sie nicht mit Messer zerteilen, sondern muss sie auseinanderreißen. Das hört sich etwas martialisch an, birgt aber einen großen Vorteil: Dadurch vergrößert sich die Oberfläche – so bleibt mehr Sauce haften!




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